Die Chronik des Flugplatz Klix

Diese Chronik wurde zum 40. Geburtstag des Platzes von Anett Arndt zusammengetragen.

1955

Walter Morgenroth, Martin Habermehl, Fritz Mai, Paul Scholze, Hermann Schellhase und Hannes Buchner waren die ersten Kameraden, mit denen die Geschichte des Flugplatzes Klix begann. Der erste Segelflug-Start erfolgte am 07. Oktober 1955. Per Los wurde entschiedenen, wer von den beiden Fluglehrern Morgenroth oder Habermehl der Glückliche sein durfte. Fortuna wählte Walter Morgenroth. Er startete mit dem Schulgleiter SG 38 Nr. 373 und flog 36 Sekunden. Geschleppt wurde er von Martin Habermehl, der bereits am 02. 8. 1953 auf einem Hangfluggelände auf einem SG 38 am Gummiseil den ersten Start im Kreis Bautzen nach 1945 absolviert hatte.

Zum damaligen Bestand gehörten zwei SG 38 (373, 374), außerdem eine 100 PS-Maybachwinde, ein Transportanhänger, ein Kullerchen und der legendäre „Phäno", welcher bis 1974 treue Dienste leistete. Das Schleppseil wurde per Hand oder mit dem Motorrad zurückgeholt.

Im Gründungsjahr bestand das „Fluggelände" aus Handtuchparzellen, bebaut mit den verschiedensten Kulturen. Die zwischen den Feldchen verlaufenden Wege waren besät mit Steinen. Hermann Schellhase, Walter Morgenroth und Martin Habermehl schafften es, aus diesem Wirrwarr eine start- und landbare Grasnarbe zu machen. Sie überzeugten die Bauern und sammelten die Steine vom Platz.

In den Jahren 1943/44 stand Klix schon einmal für die Fliegerei zur Diskussion. In der Scheune der Familie Sperling hatte der Deutsche Luftsportverband Segelflugzeuge untergestellt und Klix als Technik-Basis vorgesehen. An der nordwestlichen Flugplatzecke wurde das Fundament für eine Halle gelegt; auch Baracken sollten gebaut werden. Mit der Koordinierung der Arbeiten war Erich Horst beauftragt. 1944 wurden sämtliche Arbeiten eingestellt.

Unabhängig davon sollte ursprünglich dort, wo sich heute der Bautzner Stausee befindet, ein Flugplatz entstehen. Aufgrund der häufig ungünstigen Winde wurde der Plan verworfen.

1956

1956 wurde Manfred Reis durch die Gesellschaft für Sport und Technik als erster hauptamtlicher Flugplatzleiter eingesetzt (GST-Gründung war 1952). Klix bekam sein erstes Baby II b (1519), im Jahr darauf zwei weitere (1034, 1555).

Um Platz für die Technik zu schaffen, wurde mit dem Bau der kleinen Halle begonnen. Als „Objekt" diente inzwischen die Sperling`sche Scheune in Särchen. Sie wurde „Sperlingslust" genannt, bestand aus der Scheune für die Flugzeuge und einem Wohnteil für Piloten und Anhang, beides in sehr baufälligem Zustand.

Am Samstag mittag - in allen Betrieben wurde vormittags noch gearbeitet - wurden die Flugzeuge vor der Scheune aufgerüstet und per Kullerchen zum Flugplatz gerollt, was nicht immer ganz schadlos abging. Abends passierte das gleiche in umgekehrter Reihenfolge.

Die Flugschüler-Ausbildung erfolgte in mehreren Etappen. Zuerst wurde das Pendeln geübt, bei dem der Schüler die Flächen des in den Wind gedrehten Seglers waagerecht halten mußte. Bei den nachfolgenden Sprüngen löste sich das Flugzeug schon kurze Zeit vom Boden. Die Übung wurde mit der „A" und mancher gebrochenen Kufe beendet. Dann aber folgte die hohe Schule der Kurventechnik - das Fliegen eines S-Voraus. Bei dieser Übung soll es gelegentlich sogar zu Außenlandungen gekommen sein. Die „B" konnte sich der Schüler anheften, wenn er die Hochstart-Übungen beherrschte und eine saubere Platzrunde fliegen konnte.

Kamerad Ackermann nutzte seinen ersten Hochstart zu einem unfreiwilligen Kunstflugprogramm: Start normal - ausgeklinkt - nicht nachgedrückt - Männchen - Rückwärtsflug - Sturzflug - Männchen - Rückwärtsflug - Sturzflug - ..... - Sturzflug - Abfangen - saubere Landung. Kamerad Ackermann: „Fliegen heißt eben landen."

1957

Die Doppelsitzerschulung wurde 1957 eingeführt. Sie begann praktisch mit dem Eintreffen des Doppelsitzers „Pionyr" (3041) aus der CSSR.

Das Ausbildungsprogramm umfaßte drei Schritte. Stufe III, die niedrigste, begann wieder mit Pendelübungen und führte bis zur Übung III-4, wo man doppelsitzig eine Platzrunde mit Vollkreis flog und dafür die „A" bekam. In der Übung III-8 stellte der 3. erfolgreiche Alleinflug auf dem Einsitzer die „B" dar, bei der III-11 hatte man nach einsitzigen Platzrunden inclusive Vollkreisen mit Überleiten die „C" geschafft. Gefahreneinweisungen liefen unter der Nummer II-6, die SI-Prüfungsflüge hatten die Nummer II-8. Es folgten Leistungsflug und Kunstflug bis zur Stufe I, bei welcher der Pilot alle fliegerischen Qualifikationen besaß.

Flugschüler, aber auch Lizenzinhaber hatten sich vor jedem Flugbetrieb einem sogenannten „Flugspiel" zu unterziehen. Die richtige Beantwortung von drei Fragen aus den Bereichen Aerodynamik, Fluglehre und Besondere Fälle war Voraussetzung für die Starts. Auf diese Weise war flugtheoretisches Wissen bei allen Kameraden immer aufgefrischt, was die Sicherheit insgesamt erhöhte.

Neu war auch die Verwendung von Fallschirmen: wer Thermik fliegen wollte, konnte einen der wenigen ausfassen. Eine Art Anspruch auf einen Schirm hatten die Kameraden erst ab 500 m. Der erste und jahrelang einzige Fallschirmwart war Paul Scholze.

Die kleine Halle wurde fertiggestellt, sollte aber von Jahr zu Jahr knapper werden. Fritz Mai übernahm ehrenamtlich die Flugplatzleiter-Funktion.

1965

Im Jahr nach der Auflösung siedelten viele Littener Segelflieger nebst Technik nach Klix um. Für Klix brachte das zwei wichtige Pluspunkte: der Technik-Bestand wuchs an auf insgesamt 3 FES (einer freitragend 15 m, zwei abgestrebt 17 m), 4 Meisen, 4 Babys, 1 Libelle Standard. Eine 17m-Libelle kam 1965 dazu.

Der zweite Vorteil, resultierend aus dem Dazustoßen der Littener war, daß mit einem Schlag wesentlich mehr Segelfluglehrer zur Verfügung standen, so z.B. Manfred Warstat, Heinz Winter, Dieter Belfin und Wolfgang Pantke. Kamerad Petermann wurde Technischer Leiter.

Ungefähr zu dieser Zeit wurde der Rausschlepp von Außenlandefeldern eingeführt. Geschleppt wurde mit einer PO 2 und einem 10m langen Seil. Nach einer zu dokumentierenden Einweisung durfte diese praktische Rückholart genutzt werden. Aktive Schleppiloten waren u.a. Peter Grau und Werner Schädlich.

Am 20 Mai 1965 stürzte Günter Köhler in Klix tödlich ab. Nach dem Windenschlepp fiel die Meise neben dem Platz ins Trudeln. Der Pilot konnte die Drehung ausleiten, nicht aber den anschließenden Sturzflug, der durch die abgeworfene Haube verursacht worden war.

1958

Klix bekam sein erste „Meise" (2067); anfangs noch mit einer Kufe versehen, später mit Rad. „Meisen" und Babys" ließen sich sehr gut schachteln, da hinter dem Rad ein Bock abgestellt werden konnte und der Schwanz weit nach oben kam. Brach ein Bock aber mal zusammen, gab es eine sehr reparaturbedürftige Kettenreaktion.

Der FES Lehrmeister (3065) wurde eingeführt. Er hatte eine Spannweite von 17 m, war abgestrebt und besaß eine Gleitzahl von 1:27. Der freitragende 15 m - Lehrmeister brachte es nur auf 1:23 und wurde deshalb liebevoll „Flugstein" genannt.

Erstmalig startete ein Flugzeug-Schlepp in Klix. Schleppflugzeug war eine PO 2. Folgende Kameraden erhielten als erste die Schleppberechtigung: Hermann Schellhase, Walter Morgenroth, Christian Heinze, Siegfried Schott und Manfred Pomerenke.

1959

Hermann Jacob, übrigens ein in den Osten gewechselter Westbürger, übernahm die Aufgaben des Flugplatzleiters ehrenamtlich. Als einziger Doppelsitzer-Lehrer war Hannes Buchner tätig.

1960

Die Klixer bekamen eine 136 PS - Herkuleswinde „H3" aus der CSSR. Außerdem kam mehrmals im Jahr ein Trener aus Riesa zum F-Schlepp. Die ersten Trener 126 waren mit einer Kurbel anzuwerfen und hatten nur 110 PS unter der Haube, was ein bißchen wenig war. Die spätere Version des Trener 226 mit 160 PS ging wesentlich besser.

In den Jahren 1960 bis 62 nutzten ca. 40 Segelflieger der Ingenieurschule Flugzeugbau Dresden mit ihrer Technik den Klixer Flugplatz. Zum Studium an dieser Sektion gehörte eine komplette Segelflugausbildung, die an den Wochenenden straff organisiert durchgeführt wurde. Diese Kameraden gaben in Klix zu dieser Zeit den Ton an, wurden aber dann zu übermütig. Nach dem Beobachten mehrerer Kunstflug-Übungen aus der Winde heraus erfolgte eine Anzeige beim Bezirksvorstand Dresden.

Die Flugzeugkennzeichen wurden von „DDR" in „DM" geändert.

1961

In diesem Jahr begann der Bau des Spitzdach-Hauses und des Zwischenbaus zur kleinen Halle. Das Haus war im Ergebnis einer Diplomarbeit entstanden. Der Klixer Bau stellte ein Versuchsprojekt für Häuser dar, die auf allen GST-Flugplätzen errichtet werden sollten. Außer dem Klixer wurde dann jedoch nur noch eines in Thüringen gebaut.

Der Benzinbunker hatte sich bis dahin dort befunden, wo beim Neubau die Küche sein sollte. Also wurde in Eigenleistung mit Hilfe von Eisenbahnschwellen ein neuer gebaut. Er befand sich lange Jahre ungefähr zwischen den heutigen Garagen und dem Eingangstor. Maßgeblichen Anteil an der Errichtung hatte Paul Scholze, der seine Erfahrungen im Bunkerbau aus dem zweiten Weltkrieg fachgerecht umsetzte.

1962

Das neue Hauptgebäude wurde fertiggstellt und beherbergte im Haus Schlafräume, Speiseraum, Waschräume, Toiletten, Küche und Flugleitung und im Zwischenbau Holz- und Metallwerkstatt. Bis zum Einzug in die neuen Räume, aber auch noch danach bis 1972 wurden Winterwartungen und Reparaturen in einer Werkstatt auf der Wilthener Straße durchgeführt. Geistiger Vater dieser Werkstatt war Fritz Mai. Drei Jahre lang diente zusätzlich ein Raum im VEB (Volkseigener Betrieb) RFT als Werkstatt.

Die Techniker hatten somit ein neues Domizil, aber schon damals das Problem des ständig fehlenden Werkzeuges. Gelöst wurde es durch den Erfinder der Werkzeugbretter: Witlof Hasche. Er löste Hermann Jacob ab und war mit 18 Jahren damals der jüngste Technische Leiter in der DDR. Witlof übte die Funktion ehrenamtlich bis Oktober 63 aus, wo er erst mal zur Armee mußte. Als Flugplatz-Leiter wurde Christan Geißler eingesetzt, der diese Aufgabe bis 1965 ehrenamtlich und danach hauptamtlich übernahm.

In den 60er Jahren gehörte zur GST-Grundorganisation Klix auch eine Sektion Fallschirmsprung. Gegründet und geleitet wurde sie von den Kameraden Dornig und Freiberger. Paul Dornig, ein gelernter Schneider, nähte für viele Segelflieger die damals üblichen blauen Kombis.

Für viele Kameraden bedeutete das Jahr 1962 das Ende ihrer fliegerischen Karriere. Nach verschärften Kaderkontrollen mußten 50 % der DDR-Segelflieger aufgrund von „Westkontakten" die Plätze verlassen; in Klix betraf es nur Hermann Jacob, der im Vorfeld immer mehr in Widerspruch zum Leiter fliegerische Ausbildung des BV der GST (Bezirksvorstand), Rudi Daum gekommen war. Hermann favorisierte ein entspanntes Clubleben, Rudi Daum vertrat dagegen die militärische Linie.

Es wurde auf Bezirksebene eine aus fünf Mann bestehende Kaderkommission eingeführt, die jährlich über die „Tragbarkeit" jedes einzelnen Kameraden entscheiden mußte. Die Erlaubnis zum Flugbetrieb wurde im Rahmen einer „Kaderzulassung" durch den sogenannten „Fl 2/62 - Stempel" erteilt. Bemerkenswert war auch, daß Bewerber für die F-Schlepp-Ausbildung beim BV das Schwimmabzeichen und das Sportleistungsabzeichen der Stufe 1 vorzuweisen hatten.

1962 verunglückte ein Klixer Flieger der Dresdner Sektion tödlich. Bei seinem „Baby" war Ruderflattern aufgetreten. Er flog zu schnell und konnte die Situation nicht beherrschen. Daraufhin entschloß er sich zum Notabsprung, war aber zu tief, so daß sich der Schirm nicht mehr öffnen konnte.

1963

Als erster Klixer Pilot absolvierte Christian Geißler am 28. 4. 1963 den ersten Streckenflug von Klix aus. Er flog die Strecke Klix - Schwarzheide - Klix, über 106 km. Damit platzte bei vielen der Knoten und es wurde bei Thermiklagen in der Woche regelmäßig geflogen und alles auf Strecke geschickt. Die aktivsten Streckenflieger waren: Hermann Schellhase, Christian Geißler, Jürgen Thomas (Emmes), Jürgen Jakob, Klaus Köhler und Christian Heinze.

In den Jahren 63 bis 66 begannen in Klix jährlich ca. 40 Flugschüler mit der fliegerischen Ausbildung. Es gab aber nur 4 Fluglehrer: Hannes Buchner, Manfred Beyer und etwas später Christian Heinze und Christian Geißler. Die Schüler brachten es auf eine Startzahl von 3 Stück / Wochenende. Bei einem dreiwöchigen Lehrgang kamen ungefähr 20 zusammen. Die Lehrer allerdings schöpften die maximal zulässigen 40 Starts pro Tag öfter aus.

An einem Flugbetriebstag wurden ungefähr 60 Starts pro Startstelle durchgeführt, gute Mechaniker-Teams schafften sogar 100. Zwei Startstellen wurden betrieben, jede nur mit einem Seil, denn es wurden Seilrückholwinden verwendet. Die Windenmechaniker verständigten sich mit Hilfe von Startwinkern. Diese schwenkten große Kellen. Kelle hoch bedeutete - fertig, Kelle waagerecht - straff, Kelle nach unten - rollt, Schwenken über dem Kopf - anhalten.

Das Rückholwindenseil wurde an einer Ecke eines Stahldreieckes (Kantenlänge 30 cm) befestigt. Die anderen zwei Punkte waren mit der Seilverlängerung und dem Schleppseil belegt. Da das Rückholseil beim Start mit in die Luft ging, mußten der Windenmachaniker und der Rückholwindenmechaniker einwandfrei zusammenarbeiten, was zu Lasten des Rückholseiles oft genug danebenging. Komplizierte Riesen-Fitze und ca. 5 Seilrisse pro Tag waren völlig normal. Sie wurden erst mal provisorisch geknotet, abends dann von mehreren Spleiß-Gruppen in Ordnung gebracht. Spleißen konnte praktisch jeder, der die „A" geflogen hatte.

Besonders beliebt war der letzte Start des Tages. Der wurde nämlich ohne Rückholseil geschleppt und ging deshalb „enorm viel" höher, im Schnitt waren es ca. 50 m mehr.

Seilrückholwinden gab es bis ungefähr 1970, mindestens 4 Stück waren immer im Einsatz. Es existierten zwei Typen, wobei die beliebtere die „Hochbeinige" war. Die hatte nämlich neben einem 350 cm3-Motor, der mit der Hand anzureißen war, auch die Möglichkeit zum Draufsetzen. Rückholwindenmechaniker wurden in der Regel alle B-Piloten.

Als SKP (Startkontrollpunkt) wurde ein Holzwagen benutzt, wo auch alle Flugbücher abgegeben werden mußten. Die Flugzeuge wurden selbstverständlich mit der Hand transportiert. Für das Bewegen der radlosen „Babys", nebenbei aber auch für sehr beliebte Menschenversuche, wurde ein Kuller verwendet. Es bestand aus einer Schiebestange sowie einer Achse mit zwei Rädern und einem Zapfen, der das Flugzeug hinter dem Rad aufnahm. Oft genug passierte es aber auch, daß das Baby danebengesetzt wurde und der Zapfen die Kielleiste eindrückte.

Christian Geißler besorgte für den Flugplatz zwei abgeschriebene Dumper, genannt „Max" und „Moritz". Viele Generationen von Flugschülern lernten auf diesen „Dreikantfeilen" das Fahren, denn die Fahrzeuge blieben bis 1983 im Bestand.

Damals führte von Sdier aus ein Fuß- und Radweg quer über den Flugplatz zum Sportplatz in Särchen. Dieser Weg wurde auch benutzt, was manchmal zu Störungen des Flugbetriebes führte. Immerhin war schon mal ein herrenloses Fahrrad in die Luft geschleppt worden. Einige Flugschüler gruben also Nagelbretter auf dem Weg ein, Fahrradfahrer radelten dort entlang, hatten einen Platten, der ABV (Abschnittsbevollmächtigte) kam, es gab großes Theater und natürlich Flugsperre.

1964

Die Klixer bekamen ihre erste Libelle Standard (2518), lange Zeit das absolute Heiligtum der Flieger. Rolf Haase wurde auf ehrenamtlicher Basis Technischer Leiter. In den Jahren 1964 und 65 wurde als zusätzliche Werkstatt ein Raum im Pionierhaus genutzt.

Aufgrund der vielen Schüler mußte ein 14-tägiger Schulungs-Rhythmus eingeführt werden, es gab mehrere Fluggruppen. Trotzdem herrschte Platzmangel. Die Schüler schliefen auf dem Spitzboden oder in Zelten. Der Zeltplatz befand sich hinter dem damaligen Volleyball-Feld, also etwa dort, wo heute das Tor der großen Halle ist. Es kam mitunter auch vor, daß die allgewaltigen Fluglehrer die Zelte umschlichen; für Schwatzen nach 22:00 Uhr gab es einen Tag Startverbot.

Die einsitzige Grundausbildung , beginnend nach ungefähr 50 Starts, wurde auf Baby absolviert. Es gab in Klix nur 2 Ausnahmen. Das waren Piloten, die für das Baby zu schwer waren und daher auf Meise schulen durften. Normalerweise erfolgte die Umschulung auf diesen Typ erst, wenn der Piloten-Schein vorgewiesen werden konnte. Die Silber-C wurde dann auf Meise geflogen, mitunter aber auch mit einem FES. Wollte man den einsitzig fliegen, mußte eine seperate Umschulung auf „FES einsitzig" gemacht werden. Nur die Inhaber der Silber-C durften die Standard-Libelle nutzen.

1964 wurde der benachbarte ASV (Armeesportverein) aufgelöst. Die Mitglieder dieses Vereins waren Armeeangehörige, die in ihrer Freizeit auf dem Flugplatz Litten Segelflug betrieben. Schon seit Jahren bestand eine Partnerschaft zum ASV. Es fanden auch gemeinsame Fliegerlager statt. Heinz Winter war der Vorsitzende der Littener und gemeinsam mit Reiner Epperlein Verbindungsmann zu den Klixer Fliegern. Letzterer flog später von Klix aus die erste 300 km-Strecke, eine ZSR.

Der ASV hatte auch eine aktive Sportmannschaft. Zu ihr gehörten bekannte Piloten wie Bernd Nolte, Horst Rakowsky, Walter Raab und Udo Elke; Rolf Peter fungierte als Trainer.

1965

Im Jahr nach der Auflösung siedelten viele Littener Segelflieger nebst Technik nach Klix um. Für Klix brachte das zwei wichtige Pluspunkte: der Technik-Bestand wuchs an auf insgesamt 3 FES (einer freitragend 15 m, zwei abgestrebt 17 m), 4 Meisen, 4 Babys, 1 Libelle Standard. Eine 17m-Libelle kam 1965 dazu.

Der zweite Vorteil, resultierend aus dem Dazustoßen der Littener war, daß mit einem Schlag wesentlich mehr Segelfluglehrer zur Verfügung standen, so z.B. Manfred Warstat, Heinz Winter, Dieter Belfin und Wolfgang Pantke. Kamerad Petermann wurde Technischer Leiter.

Ungefähr zu dieser Zeit wurde der Rausschlepp von Außenlandefeldern eingeführt. Geschleppt wurde mit einer PO 2 und einem 10m langen Seil. Nach einer zu dokumentierenden Einweisung durfte diese praktische Rückholart genutzt werden. Aktive Schleppiloten waren u.a. Peter Grau und Werner Schädlich.

Am 20 Mai 1965 stürzte Günter Köhler in Klix tödlich ab. Nach dem Windenschlepp fiel die Meise neben dem Platz ins Trudeln. Der Pilot konnte die Drehung ausleiten, nicht aber den anschließenden Sturzflug, der durch die abgeworfene Haube verursacht worden war.

1966

Heinz Winter wurde hauptamtlicher Leiter des GST-Flugplatzes. Er arbeitete engagiert daran, Klix als Zentrum der Leistungsfliegerei zu etablieren und auszubauen. Die TL-Funktion übernahm Heinz Steglich ehrenamtlich.

1967

Klix bekam eine Libelle-Laminar (2650), im Jahr darauf zwei weitere (2667, 2668). Die Laminar 2650 war als einziges blechkaschiertes Flugzeug dieser Ausführung ein echtes Unikat.

Aufgrund der guten materiell-technischen und thermisch günstigen Bedingungen sowie der bisherigen Erfolge wurde der Flugplatz Klix Standort der Bezirks-Sportmannschaft, die bis dahin in Riesa-Canitz trainiert hatte. Da dort wegen des Großenhainer Platzes Luftraumeinschränkungen eingeführt wurden, mußten die 6-8 Pilotinnen und Piloten umziehen. Sie brachten 6 Leistungsflugzeuge (Libellen-Standard und Laminar, 1 Favorit) und 1 Doppelsitzer (alter Bocian 3201) mit. Zur Sportmannschaft gehörten zu dieser Zeit u.a. Renate Böhme, George Heinrich, Jürgen Leistner, Knut Mönnich und Klaus König. Trainer der Mannschaft war Siegfried Ullrich.

Die kleine Halle war damit endgültig zu klein geworden. Im September begannen die Kameraden mit dem Bau der 18 x 45 m großen Flugzeughalle. Sie entstand unter der Regie von Bauleiter Günter Kschischenk und Projektant Christian Geißler.

Am 01. November übernahm Witlof Hasche eine hauptamtliche Stelle als Technischer Leiter des Flugplatzes. Diese Planstelle war praktisch mit dem Umzug der Bezirksmannschaft dazugekommen. Bis 1973 arbeitete er als TL bzw. Flugplatzleiter in Klix.

1968

Ab 1968 trainierte neben der Bezirks-Sportmannschaft aber auch die DDR-Auswahlmannschaft in Klix. Zu ihr gehörten 6 Männer und 2 Frauen; der Trainer war Rolf Peter.

Das Internationale Vergleichsfliegen Rana - Wroclaw - Dresden fand erstmalig 1968 statt. Dieser Wettkampf wurde zur Tradition und bis 1975 jährlich wechselseitig ausgetragen.

1968 wuren die existierenden Fluggruppen zu zwei großen Fluggruppen zusammengefaßt. Wolfgang Pantke, etwas später abgelöst von Christian Geißler, leitete die erste. Fluggruppenleiter der zweiten war jahrelang Jürgen Thomas. Beide Gruppen lieferten sich einen Wettbewerb im Hinsicht auf Mitglieder-Neugewinnung, Ausbildung, Durchführung von Baustunden etc. Meist ging es so aus, daß die straff organisierte Fluggruppe Geißler bessere Ergebnisse vorweisen konnte als die etwas legere Gruppe von Jürgen Thomas. Zu dieser Zeit wurde in den Schulen regelmäßig Werbung für die Fliegerei gemacht. Die Teilnahme am Festumzug zum 1. Mai, dem Kampf- und Feiertag der Werktätigen, mit Flugzeug war obligatorisch.

Es wurde das Richtfest für die dringend benötigte große Halle gefeiert. Es dauerte drei Tage lang.

1969

Nach vielen Monaten Fundament schachten, Steine fahren, Mauern hochziehen, Holz schlagen, Dachbinder nageln etc. war die große Halle fertig. Es wurde ein Wert von damals ca. 200.000 Mark geschaffen, die Kosten betrugen nur rund 60.000 Mark.

1969 beginnend, fanden jährlich DDR-offene Juniorenwettkämpfe statt, bei denen in allen Jahren auch Klixer mitmischten. An der 6. DDR-Meisterschaft in Neustadt-Glewe nahmen erstmalig Klixer Piloten teil. Jürgen Leistner stellte auf Favorit mit 101 km/h auf dem 100 km - Dreieck einen DDR-Rekord auf.

1970

Die große Halle erhielt an der Stirnseite ein großes Schiebetor. Bis dahin erfolgte das Ein- und Ausräumen der Flugzeuge durch das hintere Schiebetor.

1971

Klix bekam den ersten polnischen Einsitzer „Pirat" (1787). Der Sportmannschaft wurden die ersten Foka 5 zur Verfügung gestellt.

Klaus König erkämpfte in Neustadt-Glewe den Titel eines Vizemeisters. Die Piloten flogen bei dieser 7. DDR-Meisterschaft fast ausschließlich auf Foka.

1972

In Klix kamen die neuen polnischen Doppelsitzer „Bocian" (3244, 3245, 3359), zu deutsch „Storch" zum Einsatz. Als Schleppflugzeug wurde ein Trener am Platz stationiert.

Knut Mönnich übernahm die Funktion des hauptamtlichen TL (Technischer Leiter). Im Raum des heutigen Waschraumes wurde eine Warmluftgebläse-Heizung eingebaut. Die meisten Arbeiten dazu wurden von Karl-Heinz Bodrich erledigt.

Bei traumhaftem Wetter fand in Klix ein DDR-offener Wettbewerb statt, den Jürgen Grossehelweg gewann. 23 der teilnehmenden Piloten erflogen sich die Bedingungen für die Gold-C mit einem Diamanten.

1972 wurde die Bezirks-Sportmannschaft in „TZ" (Trainningszentrum) umbenannt. Dazu gehörten: Peter Klose, Wilfried Schubert, Johannes Barwick, Jürgen Grossehelweg, Horst Heimann und Hans Mihelin. Beim Wettkampf sozialistischer Länder in Orel wurde Peter Klose 3. in der Offenen Klasse.

1973

Das TZ erhielt die ersten Cobras, Klix eine Foka (2046). Heimo Richter wurde Technischer Leiter.

Ab 1973 wurde in Klix an einer Startstelle die durchgehende F-Schlepp-Schulung eingeführt. Zusätzlich zum Trener konnten die Klixer ab 1973 über eine Wilga verfügen, so daß ständig zwei Schleppflugzeuge am Platz waren.

Auf Anweisung wurden neue „Hauptflugregeln" eingeführt. Nach denen waren wochentags generell keinerlei Sportflüge erlaubt. Eine Ausnahme bildeten Starts im Rahmen von Wettkämpfen, so daß ab diesem Zeitpunkt alle Trainingsveranstaltungen als Wettkämpfe deklariert wurden. Frei waren die Flugbetriebe nur an den Wochenenden: am Samstag ab 13:00 Uhr und Sonntag ganztägig.

Ein Herbststurm deckte die Hältfe des Daches der kleinen Halle ab.

1974

Bei einem Streckenflug von Klix aus verunglückte Hans Mihelin am 18. 4. 1974 tödlich. Sein Flugzeug war in niedriger Höhe ins Trudeln gefallen.

In Klix wurden die DDR-Meisterschaften der Junioren und ein DDR-offener Frauenwettkampf ausgerichtet. Peter Klose verbesserte in Orel mit 103 km/h den DDR-Rekord auf dem 100 km-Dreieck.

Am 28. Oktober fand in der DDR der letzte Flug einer PODWA (PO 2) statt; ein berühmtes russisches Modell, was eigentlich eine CSS 13 war. Sie wurde von Klix nach Riesa-Canitz überführt und dort abgestellt. Pilot war Witlof Hasche, der mit diesem Flug der letzte PO2-Flieger der DDR wurde. Mit dem Flugzeug war in den vergangenen zwei Jahren in Klix geschleppt worden.

Rolf Hoppe wurde hauptamtlicher Technischer Leiter. Dieser verantwortungsvolle Posten wurde zur damligen Zeit auch mit Spitznamen „LTO" tituliert, was Luftfahrttechnischer Offizier bedeutete.

1975

Klixer und Sportmannschaft verfügten nunmehr schon über 4 Bociane, 4 Piraten, 8 Leistungsflugzeuge (Fokas und Cobras), 2 Schleppflugzeuge, 1 LKW, 5 PKW, 5 Transporthänger, 1 Herkuleswinde, 1 SKP und 1 Tankfahrzeug. Dazu kamen die 6 Flugzeuge der Nationalmannschaft, die zeitweise in Klix stationiert waren.

Mittlerweile startete man an beiden Startstellen ausschließlich per F-Schlepp. Immerhin gab es zu dieser Zeit 8 bis 10 aktive Schleppiloten, so z.B. Witlof Hasche, Reinhard Luderer, Siegmar Melcher, Karl-Heinz Schlütter, Bernd Schreiter, Werner Schädlich und Heinz-Dieter Schüch.

In den Jahren 1975 bis 79 wurde sogar die Motorflug-Ausbildung vom BAZ (Bezirksausbildungszentrum) Riesa - Göhlis nach Klix verlegt, so daß in den 6-wöchigen Sommerferien mit 6 Z42 geschult wurde. Motorflugzeuge wurden ab 1975 abends und nachts durch Polizisten bewacht, für welche in Klix in aller Eile das „Wachhäuschen" gebaut wurde. Vorn saß der Wachhabende, das hintere Zimmer bekam der Technische Leiter. Für Klix waren drei Polizisten zuständig, deren Planstellen im Zusammenhang mit der Motorflug-Ausbildung von Riesa an das VPKA Bautzen (Volkspolizei-Kreisamt) gingen.

Der Vergleichs-Wettkampf Klix - Rana - Lubin wurde 1975 ins Leben gerufen. Bis einschließlich 1979 wurde er jährlich an jedem der drei Orte ausgetragen. Außerdem fand in Klix ein DDR-offener Junioren- und Frauenwettbewerb statt. Horst Heimann und Wilfried Schubert belegten die Plätze 1 und 2, Ulrike Hoppe und Romy Friebel die Plätze 2 und 3.

Beim Wettkampf der sozialistischen Länder belegte Monika Warstat den 1. Platz bei den Frauen, Johannes Barwick wurde 3. der Standardklasse. Im gleichen Jahr erflog er mit 87 km/h einen DDR-Doppelsitzer-Rekord auf dem 100 km-Dreieck. In der Einzelwertung der 9. DDR-Meisterschaft in Neustadt-Glewe holte sich Klaus König den 3. Platz.

1975 und 76 wurde jeweils eine Hälfte des Flugplatzes umgeackert. Die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) baute auf diesen Flächen Getreide an, die Stoppeln blieben nach der Ernte stehen. Dort wuchsen dann unglaublich viele Champignons. Also kamen viele Leute zum Pilze sammeln, was zu gelegentlichen Problemen beim Flugbetrieb führte.

1976

Eine ausschließlich auf Pirat fliegende Junioren-Meisterschaft, die aufgrund ihrer außergewöhnlich guten Wetterlagen Berühmtheit erlangte, fand 1976 statt. So wurde bei einer Trockenthermik-Disziplin am 16. 7. beispielsweise an der Olba ein Steigen von 9 bis 11 m/s angetroffen. Alle Pilotinnen und Piloten hatten die ausgeschriebene Strecke von 206 km dann so schnell bewältigt, daß die Wettkampfleitung am gleichen Tag eine zweite Disziplin mit 103 km ausschrieb. Bei den Frauen, die damit die letzte wertbare Juniorinnen-Wertung aufstellten, gewann Ulrike Hoppe. Horst Heimann wurde Sieger bei den Junioren, Wilfried Schubert belegte den zweiten Platz.

Beim Wettkampf sozialistischer Länder in Kischiniow / damals UdSSR flog Johannes Barwick auf Jantar Standard ein 100 km-Dreieck mit 115 km/h und verbessert damit den bestehenden DDR-Rekord.

Es begannen die Arbeiten am Gebäude zwischen kleiner und großer Halle, dem sogenannten Zwischenbau. Wieder wurden sie fast ausschließlich von den Klixer Kameraden erledigt. Norbert Pietsch wurde Technischer Leiter. Anfangs arbeitete er als damit letzter hauptamtlicher Techniker, später ehrenamtlich.

1977

Am 01. 5. 1977 wurden die ersten drei polnischen Motorsegler „Ogar" (3501, 3502, 3503), zu deutsch „Windhund", nach Klix überführt. Sie sollten ausschließlich der Schulung der BOB`s (Berufsoffiziersbewerber) dienen. Wegen ihres unangenehmen Motorgeräusches wurden sie im Volksmund „Zwiebacksägen" genannt. Die ersten Motorsegler-Lehrer waren Helmut Clauß, Christian Geißler, Detlev Graupner und Werner Mirtschin; die ersten Umschulungen bekamen Siegfried Heinig, Günter Kschischenk und Heinz Winter.

Klix richtete die 10. DDR - Meisterschaft aus. Mit dem einzigen Jantar 2A der DDR - gerade erst aus Polen geliefert - holte sich Jürgen Grossehelweg den Meistertitel, Johannes Barwick wurde Vizemeister.

An Wettkämpfen teilnehmende Segler wurden gelegentlich mit Überlandschleppschlepps zu den Bestimmungsorten gebracht, oft auch im Doppelschlepp. Gerade in der Woche mußte dann eine Höhe von 150 m über Grund eingehalten werden, was bei einsetzender Thermik oder starkem Wind für die Piloten Schwerstarbeit bedeutete. Bei Wettkämpfen wurden Autos und Hänger zentral verwaltet und eingesetzt.

Die Verbrennung der letzten Segler wurde 1977 zelebriert. Bis dahin war es ganz normal und geschah auf Weisung des Zentralvorstandes, daß Flugzeuge und Fallschirme offizielle Opfer von Lagerfeuern wurden, selbstverständlich mit Protokoll. „Abgezweigt" hatten die Klixer damals ein „Baby" für die Ausstattung der Hochzeit von Elvira und Günter Kschischenk sowie eine „Meise" für die Hochzeitsfeier von Ulrike und Rolf Hoppe.

Der Zwischenbau wurde fertiggestellt und beherbergte drei Werkstätten und einen Fallschirmraum.

1978

Johannes Barwick stellte mit einer 502 km - ZSR auf Jantar 2 in der Kategorie längste Strecke einen DDR-Rekord auf. Als Geschwindigkeits-Rekord für eine 500 km lange ZSR wurde für ihn ein Flug mit 58 km/h registriert. Auch über eine 300 km-ZSR flog Johannes mit 92 km/h neuen Rekord. Am selben Tag stellte Ulrike Hoppe auf der gleichen Distanz mit 83,9 km/h einen Frauen-Geschwindigkeits-Rekord in der Klasse D1 auf.

1979

In Klix fand die 11. DDR-Meisterschaft statt.

Monika Warstat wurde bei der ersten Damen-Europameisterschaft in Ungarn Europameisterin. Sie demonstrierte der Konkurrenz einen perfekten Teamflug mit Irmgard Morgner aus Magdeburg. Beim Wettkampf der sozialistischen Länder in Nitra / CSSR belegte Johannes Barwick Platz 2 in der Offenen Klasse.

Einer der Tage, von denen man sagt, daß selbst Scheunentore fliegen, war der 19. 8. Auch der letzte Ogar wurde aus der Halle geholt und auf Strecke geschickt, was aber für längerer Zeit das letztemal sein sollte.

Der 25. 8. 1979 war für alle Segelflieger der DDR ein schwarzer Tag. Ausgelöst durch mehrere Grenzverletzungen und Republik-Fluchten wurde eine generelle Flugsperre verhängt. In den nachfolgenden Monaten und Jahren reorganisierte der Zentralvorstand der GST die fliegerische Ausbildung nach militärischen Prinzipien. Insider nannten diese Maßnahmen auch kurz „Militär-Putsch". Von den 78 bisher existierenden Segelflugplätzen überlebten die Restriktionen nur ganze 35, und diese nur stacheldrahtumzäunt.

1980

Viele Kameraden von den geschlossenen Plätzen Görlitz und Eibau wechselten nach Klix, so daß der Personalbestand insgesamt erhalten blieb. Ab Mai 1980 durfte wieder geflogen werden. Nur drei DDR-Flugplätze hatten schon Ende 1979 die Erlaubnis zur Wiederaufnahme der Fliegerei erhalten. Als hauptamtlicher Flugplatzleiter wurde Witlof Hasche eingestellt.

Aufgrund der zwangsweisen Zusammenlegung der Plätze verfügte Klix dann über 6 Bociane, 6 Piraten, 2 Fokas, 1 Cobra und 1 Jantar Standard nebst vielen Autos aller Größen und Transporthängern. Motorflugzeuge gab es zu dieser Zeit in Klix keine mehr.

Alle Kameraden hatten Uniform zu tragen und mußten den Flugbetrieb nach den „Organisatorischen Festlegungen zur Vorbereitung, Durchführung und Auswertung eines Flugtages in der Segelflug- und Motorseglerausbildung in der GST", dem sogenannten X-Plan abwickeln. Zu diesem gehörten Aufgabenstellungen in Antrete-Ordnung genauso wie das Geben letzter Weisungen, kurz GLW genannt.

Ein neues Ausbildungsprogramm trat in Kraft, nach dem die Schüler entweder an der Winde oder im F-Schlepp ausgebildet wurden. Es gab 24 Übungen, von denen die beliebteste und mit Kribbeln erwartete die Übung F6 bzw. W6 war, die Gefahreneinweisung. Sie beinhaltete das Üben des Ausleitens von Trudeln, Abrutschen und Langsamflug.

Die „A" bekam der Schüler nach der Übung 4 (doppelsitzige Platzrunden), die „B" nach dem dritten Alleinflug in der Übung 9 und die „C" nach dem ersten Start auf dem Einsitzer, meist Pirat. Zur SI-Prüfung gehörten drei Prüfungsflüge. Sämtliche Übungen waren mit Mindestzahlen für Starts und Flugstunden untersetzt. Geschult wurde in eingeteilten Fluggruppen, zu denen jeweils Kameraden aller Qualifikationen gehörten. Die Gruppen hatten alle 14 Tage Dienst, da es zwei Ausbildungseinheiten gab.

Dazu kam, daß aus „Sicherheitsgründen" auf Anweisung des Zentralvorstandes der GST nur Platzrunden-Flüge erlaubt waren. Das änderte sich im Sommer, da gab es nämlich 4 Flugräume, in denen in Sichtweite jeweils ein Segler fliegen durfte. Selbstverständlich sollte jeder Raum von einem Beobachter observiert werden.

Für alle Beteiligten blieb der Geburtstag von Ditti Wermes im Gedächtnis. Es war im August und es war Sternschnuppenmaximum und außerdem der Vorabend des Lehrgangsabschlusses. Also war schon Bier besorgt worden, was zu dieser Zeit ein erhebliches Problem darstellte. Da Witlof Hasche, der „Alte" zur FDJ-Flugschau in Strausberg war, holten sich die durstigen Piloten Kasten auf Kasten, bis irgendwann die Kontrolle verlorenging. Gegen Mitternacht kam Witlof in Klix an - alle lagen auf dem Rücken im Gras und starrten in den Himmel. Er muß gedacht haben, daß die Kameraden betrunken waren. Am nächsten Tag durfte von den Party-Gästen nur Wilfried Schubert am Flugbetrieb teilnehmen - als Beobachter.

1981

Die neuen Vorschriften wurden 1981 etwas gelockert. Es gab zwar immer noch vier Flugräume, diese reichten aber schon bis zur Flugplatzzonen-Grenze und durften von allen Seglern genutzt werden. Die Piloten mußten alle 10 Minuten ihren Standort über Funk durchgeben und wurden außerdem von je einem Beobachter vom Boden aus verfolgt. Diese Beobachter standen um den SKP (Start-Kontroll-Punkt) herum, trugen wegen der Übersichtlichkeit rote Armbinden mit der Nummer des zu beobachtenden Flugzeuges und durften zu anderen Tätigkeiten nicht eingesetzt werden.

Ab 01. März 1981 mußten gemäß einer Weisung des Generalmajors Baustian „Flugplantabellen" geführt werden. Die Weisung zur Führung dieses Dokumentes umfaßte genau 7 Seiten.

Der Pirat „SW" (genannt „Schluck Wasser" oder „Schweine Willi") mußte nach einer harten Landung eines Flugschülers in die Werkstatt. Es war eine große und schwierige Reparatur, bei der Dietrich Wermes, Jochen Grossehelweg, Steffen Trapp, Dieter Mihelin und mehrere Kisten und Fässer mitwirkten. Schäftmeister Gert Rolle wurde mit seinem Spruch „Straken ist meine Welt !" bekannt - und seine abendlichen Kontrollen mit der mehr als meterlangen Strakleiste gefürchtet.

Durch eine Firma wurde eine komplette Heizanlage installiert. Gleichzeitig mußte der Schornstein erhöht werden, was die Klixer selber erledigten. Carsten Dittmann und René Arndt schleppten tagelang Steine. Aber am schwierigsten war wohl das Anbringen des Ausgleichsgefäßes. Jörg Weimert und Steffen Trapp erledigten diese Arbeit fast frei schwebend.

1982

Ab 1982 durften wieder Strecken geflogen werden. Aber man mußte bei Überlandflügen wie schon seit 1969 einem komplizierten Spinnennetz, den sogenannten Standardflugstrecken bzw. Magistralen folgen und durfte vom Strich auf der Karte nach rechts und links maximal 5 km abweichen. Ab 1982 war einseitig sogar bis auf Abweichung 0 km eingeengt. Landete ein unglücklicher Pilot außerhalb der Toleranzgrenze, galt das schon als Vorkommnis und mußte an den Zentralvorstand (ZV) der GST gemeldet werden.

Zur kleinen Flugplatzzone von 1969 kam als „Ausgleich" für die Luftraumeinschränkungen eine große Zone dazu. Die kleine Zone umschloß von Montag bis Samstag die Orte: Uhyst - Klitten - Groß Radisch - Guttau - Radibor - Königswartha - Uhyst. Am Sonntag galt die große Flugplatzzone: Uhyst - Klitten - Trebus - Kunnersdorf - Döbschütz - Guttau - Radibor - Königswartha - Uhyst. Die maximal zulässige Höhe betrug 2.150 m, unter der Luftstraße 1.500 m STD.

Anmeldungen von Flugbetrieben und -strecken mußten am Vorabend über Fernschreiber erfolgen, welche schon seit 1975 im Einsatz waren. Starten durfte man erst nach erfolgter Freigabe, und die kam, wenn überhaupt, manchmal erst Sonntag 14:00 Uhr.

Bis zum 31. 10. 82 waren an allen Segel- und Motorflugzeugen der GST die Staatszugehörigkeitszeichen von „DM" auf „DDR" zu ändern. Das Rufzeichen wurden von „DM" in „Y4" umgewandelt.

In den Jahren nach dem „Putsch" war das Trinken von Alkohol auf dem Flugplatz offiziell nur zu ganz besonderen Anlässen erlaubt. Inoffiziell war es dafür um so reizvoller. Selbstverständlich mußte man sich etwas einfallen lassen. Horst Rädisch (Theorädisch) hatte eines Tages mehrere Ballons mit gutem Sauerkirschwein mitgebracht, die aus Sicherheitsgründen vor dem Einganstor im Wald vergraben wurden. Mehrere Wochen waren kleine Trupps zwecks Nachschub-Versorgung mit Spaten unterwegs, mindestens zwei Ballons wurden allerdings nie wieder gefunden.

1983

Margita Schäfer wurde eingestellt. Jahrelang wirkte sie in Klix als Allround-Frau zwischen Schreibmaschine und Kippbratpfanne.

Bei der 12. DDR-Meisterschaft in Neustadt-Glewe belegte Jürgen Müller Platz 3 in der Clubklasse. Peter Klose und Johannes Barwick verbesserten den DDR-Rekord für die längste Strecke. Jeder flog eine 543 km-ZSR.

Im Sommer schaffte es ein Schüler bei seinem zweiten Alleinflug, einen Seilriß in eine Bodenakrobatik mit Bocian umzuwandeln. Nachgedrückt hatte der Pilot noch richtig, dann aber flog er geradewegs auf die Winden zu. Zwei der Winden standen zum Schleppen nebeneinander, eine in Reserve dahinter. Die Windenmechaniker Dietmar Stezaly und Henry Wagner verfolgten zunehmend besorgter das auf sie zukommende Flugzeug. Mit dem Schrei: „Das sieht aber gar nicht gut aus !" verließen sie fluchtartig die Winden. Gerade noch rechtzeitig, denn der Bocian rammte mit der rechten Fläche erst die eine Winde, blieb hängen und erwischte dann die Reserve-Winde noch von hinten. Alle bis auf den Bocian kamen mit dem Schrecken davon.

Neben der kleinen Halle wurden 5 Garagen gebaut. Ein Teil des Zwischenbaus zum Haus, der bis dahin ausschließlich aus Werkstätten bestand, wurde umgestaltet. Es entstanden die sogenannten „Schüler-Unterkünfte" und der Waschraum. Bis dahin gab es im Innenhof eine Waschanlage und Duschen, selbstverständlich alles mit kaltem Wasser. Obwohl das Wasser mitunter sogar sehr kalt gewesen sein soll, sprach man von einer Überhandnahme der Nacktduscherei. Am Standort der Waschanlage entstand später die Rampe mit Auto-Waschplatz.

1984

Das Haus erhielt eine Terasse und die vielbenutzte Küche wurde durch einen Anbau erweitert.

1985

Die Cobra 2307 mit Rumpfdurchbruch und anderen starken Beschädigungen wurde wiederaufgebaut. Gert Rolle übernahm ehrenamtlich die TL-Funktion.

Den 3. Platz bei der 13. DDR-Meisterschaft in Zwickau holte sich Wilfried Schubert. Er startete in der Offenen Klasse. Bemerkenswert bei Wettkämpfen dieser Zeit war, daß an nicht fliegbaren Tagen Übungen des militärischen Mehrkampfes durchgeführt wurden, selbstverständlich in Uniform. Das Wort „Briefing" kam im Sprachschatz praktisch nicht vor, es gab ein „Geben letzter Weisungen" (GLW).

„Als Zeichen der Anerkennung hervorragender Verdienste bei der Stärkung der Verteidigungskraft unserer sozialistischen Heimat" wurde dem Bezirksflugplatz Klix am 07. 10. 1985 die Ernst-Schneller-Medaille in Gold (eine hohe GST-Auszeichnung) verliehen.

Aus Anlaß des 30. Jahrestages der Gründung des Flugplatzes wurde im Herbst ein großes Fest gefeiert, und zwar in der großen Halle. Viele „hohe Tiere" der GST-Führung waren zu Gast, ließen es aber mit fortschreitender Stunde immer mehr an Haltung fehlen.

1986

Die Segelflieger vom Flugplatz Kamenz flogen 1986 / 87 in Klix, da an deren heimischer Bahn gebaut wurde. Sie hatten ihre komplette Technik mitgebracht. Als stellvertretender hauptamtlicher Flugplatzleiter arbeitetete Harald Hintersatz.

1986 fand in Gera ein DDR-offener Junioren-Wettkampf statt, bei dem Uwe Hübner Rang 3 erkämpfte. Im gleichen Jahr wurde in Zwickau ein DDR-offener Wettkampf ausgerichtet. Monika Warstat siegte in der Standardklasse, Peter Klose und Uwe Hübner wurden jeweils 2. in der Offenen- bzw. Clubklasse.

Witlof Hasche nahm an der Präzisionsflug-Europameisterschaft in Lodz / Polen teil. Im gleichen Jahr holte er sich den Meistertitel bei der DDR-Präzisionsflugmeisterschaft.

Die bekannteste Rückholtour des Jahres war die von Volkmar Krujatz. Er war mit einem Piraten in der Nähe von Hoyerswerda gelandet, Fritz Wondolowski fuhr mit dem Multicar und einem offenen Hänger hin. Es fand zwar das Flugzeug nebst angeheitertem Pilot vor, leider fehlten aber die Scheren zur Aufhängung der Ohren. Also mußte es sich der gestrafte Pilot bei strömendem Regen mit seinem Flugzeug auf dem Hänger bequem machen und die Ohren festhalten.

1987

Die 14. DDR-Meisterschaft fand 1987 statt. Wilfried Schubert belegte in Neustadt-Glewe in der Standardklasse Platz 3. Die Meisterschaft in der Offenen Klasse wurde in Klix ausgetragen. Horst Heimann siegte, Peter Klose wurde 2.

Lehrgänge für die „Durchführung der fliegerischen Ausbildung - BOB- und Wehrsportausbildung, konzentrierte BOB-Ausbildung" wurden bis hin zu Sollzahlen für Starts und Flugzeit sehr präzise geplant und durchgeführt. Als Lehrgangsziele wurden fixiert:
1. Fliegerische Ausbildung der BOB-Militärflieger sowie Wehrsportler entsprechend dem Ausbildungsprogramm für die Wehrsportausbildung im Segelflug,
2. Politisch-ideologische Erziehungsarbeit mit allen Teilnehmern des Lehrganges zur Festigung des Klassenstandpunktes und der Motivierung der Wehrbereitschaft,
3. Erhöhung der physischen Leistungsfähigkeit der Bewerber durch wehrsportlichen Maßnahmen auf der Grundlage des Ausbildungsprogrammes sowie das Durchführen von Schießen mit der Ausbildungswaffe,
4. Werterhaltungsmaßnahmen am Objekt und Pflege- sowie Wartungsarbeiten an der Technik, Arbeiten an der Technik, Arbeiten in Vorbereitung der nachfolgenden Lehrgänge".

Zur „personellen Sicherstellung" der Lehrgänge gab es dann einen exakt aufgeschlüsselten Plan, vom Lehrgangsleiter über den Stellvertreter für Agitation und Propaganda bis hin zum Innendienstleiter und dem Verantwortlichen für Frühsport. Die notwendigen „Funktionäre" erhielten relativ problemlos bezahlte Freistellungen von ihren Betrieben.

1988

Henry Wagner arbeitete als stellvertretender hauptamtlicher Flugplatzleiter in Klix.

Am 27. 11. 1988 erhielt die Grundorganisation des Flugplatzes den Ehrennamen „Juri Gagarin"; auf dem Hof wurde ein Gedenkstein eingeweiht. Leider hatte erst der zweite Verleihungs-Versuch geklappt, beim ersten hatten die Klixer wegen ungenügender Ordnung und teilweise fehlender Einstellung der Funktionäre wieder wegtreten müssen.

In einem Grußwort der Offiziershochschule der Luftstreitkräfte / Luftverteidigung für Militärflieger Bautzen heißt es zu diesem Ereignis:
„Durch Euer fleißiges und engagiertes Wirken im Rahmen der vormilitärischen Ausbildung von Offiziersschülern leistet Ihr einen bewährten Beitrag im Prozeß der Heranbildung von jungen Flugzeugführern, schafft Ihr Voraussetzungen dafür, daß wir bei der Erziehung und Ausbildung von Offiziersschülern zu Kommunisten, Offizieren und Militärfliegern auf ein solides Fundament aufbauen können und der Himmel über unserer sozialistischen Heimat stets sauber und unantastbar bleibt."

Klix richtete eine Bezirksmeisterschaft und einen DDR-offenen Wettbewerb aus. Bei letzerem wurde Anett Arndt 3. in der Standardklasse.

Der gesamte „Zwischenbau„ im Innenhof wurde um ca. drei Meter nach vorn vergrößert. Auf der Terasse entstand der Grill, der sich zunehmender Beliebtheit erfreute.

1989

Klix bekam den ersten Puchacz (3604). Er wurde nach einer Weisung zur Umverteilung von Segelflugtechnik von den Zwickauer Kameraden übernommen, welche dafür einen Bocian erhielten.

Am 8. August erfolgte nach einer sehr umfangreichen Reparatur die technische Abnahme der Cobra DDR-2310 durch den Prüfer Rolf Hoppe. Gert Rolle, Dieter Mihelin, Jan Zesewitz, Jörg Weimert und Uwe Hübner hatten in ca. 1.200 Stunden Arbeit das Flugzeug wiederaufgebaut, welches im Bezirk Leipzig schon zur Verschrottung freigegeben worden war.

Bis September des Jahres arbeitete Carsten Dittmann als stellvertretender Flugplatzleiter. Klaus Vieweg übernahm die Funktion des Technischer Leiters.

Johannes Barwick konnte bei der im Mai stattfindenden Bezirksmeisterschaft in Klix seinen 100.000. Segelflug-Streckenflugkilometer ins Flugbuch eintragen. Damit war er der erste und einzige DDR-Pilot, der diese magische Zahl jemals erreichte.

Bei dieser Bezirksmeisterschaft ging es übrigens um den Sorbischen Pokal „Kurt Krjenz". Eine ganz besondere Beziehung zu slawischen Sprachen erwarb sich Lutz Göpfert durch eine Außenlandung im Sichtbereich der tschechischen Zöllner. Kurz vorher war er noch in der Gruppe mit Heinz-Dieter Schüch (Heinza) und René Arndt geflogen, hatte dann aber das überhastete Umdrehen der beiden verpaßt. Die letzte Disziplin war übereinstimmenden Aussagen zufolge die schwerste für die „Ekipa Klux". Der bestplazierteste Pilot der Mannschaft, nämlich Wilfried Schubert, wurde um den Kurs getragen. Es entstand der Name „Aero Team Klix".

Dieser Name vervollständigte kurz danach das Design eines frisch gespritzten Segelflugzeug-Transporthängers. Alle waren stolz auf den attraktiven Anhänger, allein Heinz Winter fand das Wort „Team" zu englisch und für GST-Sportler unpassend. Also mußte das neue Logo verdeckt werden. Das geschah auch - mit Wasserfarbe. Da der Hänger zum Wettbewerb nach Zwickau mitgenommen wurde, sorgte die geheimnisvolle Sichthülle allerseits für reges Interesse. Die Story ließ den Namen „Aero Team Klix" sehr schnell zum Begriff werden.

Oben genannter Wettkampf in Zwickau war die 15. und letzte DDR-Meisterschaft. Johannes Barwick wurde dort 3. in der Offenen Klasse. Beim Wettkampf sozialistischer Länder in Leszno/Polen stellte Anett Arndt mit 98 km/h einen DDR-Rekord auf einem 500 km-Dreieck auf.

Das „Centre régional d`entrainement de Vol á Voile de Bautzen/Klix" bekam im Oktober 1989 in Paris das „Diplome d` Honneur" der F.A.I. verliehen. Diese hohe Auszeichnung würdigte besondere Leistungen zur Förderung des Luftsportes und wurde jährlich nur zweimal vergeben.

1990

Am 13. Januar 1990 fanden sich die Klixer Flugsportler zusammen und gründeten den gemeinnützigen Verein „Aero Team Klix Segelflugclub e.V.". Die 69 Gründungsmitglieder wählten ihren ersten Vorstand: René Arndt (Vereinsvorsitzender), Heinz-Dieter Schüch (Ausbildungsleiter), Hubertus Oehme (Schatzmeister), Wilfried Schubert (Technischer Leiter), Uwe Hübner (Verantwortlicher Eigenerwirtschaftung), Rolf Hoppe (Verantwortlicher Öffentlichkeitsarbeit) und Johannes Barwick (Verantwortlicher Leistungsflug). Nach einer vereinsinternen Ausschreibung, bei welcher ca. 20 Entwürfe eingereicht wurden, stand auch das ATK-Logo fest. Peter Worm hatte es entworfen.

Der Verein verfügte über 4 Bociane, 1 Puchacz, 4 Piraten, 2 Fokas, 2 Cobras, 1 Jantar-Standard (3435) und 1 Jantar 2A (2421), 2 Wilgas, 1 Z 42, 1 H3 und 1 H4. Ebenfalls zum Bestand gehörten mehrere LKW, PKW und Transporthänger.

Bis Juni 1990 arbeitete Witlof Hasche hauptamtlich in Klix. Danach übte Heiko Rabold die Flugplatzleitertätigkeit bis zum Jahresende ehrenamtlich aus.

Ulrike Hoppe nahm an der Deutschen Meisterschaft der Damen in Hammelburg teil. Beim letzten DDR-offenen Wettbewerb in Zwickau wurde René Arndt 3. in der Clubklasse.

Der 03. Oktober war der historische „Tag der Deutschen Einheit". Neben einem größerem Luftraum brachte die Wende viele Änderungen mit sich. Es galten viele neue Rechtsvorschriften und Gesetze, die Flugzeuge erhielten eine „D"-Kennung, Lizenzen mußten umgeschrieben werden, ein Funkzeugnis war erforderlich usw. Die einschneidenste Änderung aber war, daß die Fliegerei von jedem selbst bezahlt werden mußte. Vorher wurden nur die Quartals-Marken für den GST-Ausweis gekauft, welche je nach Einkommen zwischen 1,- und 4,- Mark pro Stück kosteten.

1991

Der Verein beschäftigte vom 01. Juni an ein Jahr lang Rolf Hoppe, Anett Arndt, Henry Wagner und Carsten Dittmann über eine ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme). Viele Instandhaltungsarbeiten an Haus und Hof konnten erledigt werden.

Im Frühjahr fand ein offener Segelflugwettbewerb in Klix statt, im Herbst die 1. Sächsische Navigationsflug-Meisterschaft.

Sämtliche Flugbewegungen des Vereins konnten erstmalig mit Hilfe eines Computer-Programms erfaßt und abgerechnet werden. Dieter Mihelin hatte das Programm erstellt.

Auch für die Ausbildung wurde ein neues Programm gültig. Dieses ermöglichte zwar die parallele Ausbildung in beiden Startarten, beinhaltete aber keine Sollzahlen für die einzelnen Ausbildungsabschnitte. Auch ein Flugspiel wurde nicht mehr gefordert. Das ließ zwar den Fluglehrern mehr Spielraum, vergrößerte aber gleichzeitig deren Verantwortung. Da mit der Wende auch die Fluggruppeneinteilung weggefallen war, flogen alle Schüler praktisch mit fast allen Lehrern, was den Lehrern das Einschätzen des Schülers und damit das Abschließen von Übungen schwer machte. Ein echter Rückschritt war unbedingt auch das Fehlen jeglicher fliegerischer Gefahreneinweisungen.

Am 02. Juni 1991 starteten Johannes Barwick und Uwe Hübner zu einem Zielflug nach Hamburg. Sie holten sich damit einen vom Hamburger Oberbürgermeister gestifteten Pokal.

1991 organisierte der ATK erstmalig die damit zur Tradition werdenden Klixer Flugtage. Tausende Menschen strömten am ersten Juni-Wochenende auf den Flugplatz und wollten die neue Freiheit „Gastflüge" erleben.

Bei der in Neustadt-Glewe stattfindenden Blockmeisterschaft der fünf neuen Länder belegte Uwe Hübner den 3. Platz in der Standardklasse. Johannes Barwick flog bei der Segelflug-Weltmeisterschaft in Texas / USA mit, Anett Arndt startete bei der Damen-Europameisterschaft in England.

1992

Nach der ersten Legislaturperiode wurde der Vorstand neu gewählt und setzte sich folgendermaßen zusammen: René Arndt (Vereinsvorsitzender), Rolf Hoppe (Technischer Leiter), Wolfgang Reinecke (Ausbildungsleiter), Steffen Trapp (Schatzmeister), Heiko Rabold (Vereinsökonom), Uwe Hübner (Verantwortlicher Leistungsflug), Anett Arndt (Verantwortliche Öffentlichkeitsarbeit).

Flugsicherungsmäßig wurde das System „Büchsen und Schläuche" eingeführt. Die Flugplätze bekamen einen Luftraum in Form einer Büchse übergestülpt, verbunden waren sie mit einem Netz von Schläuchen. Für alle Freigaben mußte mit der LUKO (Luftraumkoordinierungsstelle) Verbindung aufgenommen werden.

Erstmalig fanden in Klix Sommerlager statt. Mehrere Gruppen aus den alten und neuen Bundesländern verbrachten die Sommerferien in Klix.

Anett Arndt wurde Clubklasse-Meisterin bei der Deutschen Meisterschaft der Damen auf der Hahnweide. Johannes Barwick startete bei der Deutschen Meisterschaft (DM) in Mengen.

Rolf Hoppe und Gert Rolle gründeten den Luftfahrttechnischen Betrieb „LTB Oberlausitz GmbH" und betrieben eine Werkstatt in vom ATK gemieteten Räumlichkeiten.

1993

Über eine ABM wurde Uwe Hübner als Angestellter des Vereins beschäftigt.

Erstmalig fand im Rahmen der Klixer Segelflugwettbewerbe der „Pokal der alten Langohren" statt. Im so gut wie ausgreizten Wettbewerbskalender der Bundesrepublik Deutschland etablierte sich die Veranstaltung aufgrund des guten Zuspruchs auf Anhieb. Der Landrat, Herr Gallert fungierte als Schirmherr des Wettbewerbes.

Klix wurde als Landesleistungszentrum Segelflug berufen und von Anett Arndt organisiert, die im gleichen Jahr auch an der Europameisterschaft der Damen in Tschechien teilnahm. Ab 1993 führten die sächsischen Nachwuchskader (D-Kader) jährlich ein fliegerisches Training, ein Vergleichsfliegen und ein winter- oder herbstliches Konditionstraining durch.

Historisch selten war ein Puchacz-Flug von Wilfried Schubert, der mit Michael Schneider anhand einer 300 km-Strecke eigentlich eine Streckeneinweisung machen wollte. Das erstemal landeten sie in der Nähe vom Flugplatz Nardt. Eine Wilga schleppte sie aus dem Acker und gab über Hoyerswerda in 600 m Höhe das Seil. Natürlich war diese Höhe etwas knapp, sie reichte nur bis Caminau. Also gab es die zweite Außenlandung, wobei der Tag erst durch die Rückholtour gekrönt wurde. Der Multicar fuhr los - bis der Keilriemen riß. Carsten Dittmann brachte einen neuen und war gerade wieder in Klix, als der Kühlwasserschlauch des Multicars platzte. Kurz entschlossen wurde daraufhin das komplette Gespann mittels eines Golf GTI heimgeschleppt.

1994

Der Vorstand wurde wiedergewählt, dazu kam Lutz Göpfert als Technischer Leiter. Rolf Hoppe als bisheriger TL wurde Stellvertretender Vereinsvorsitzender. Über eine ABM stellte der Verein Anett Arndt, Mario Heilmann und Uwe Hübner ein. Da der Aero Team Klix als Träger der freien Jugendhilfe bestätigt wurde, widmeten sich die drei in erster Linie der Jugendarbeit, sprich der Durchführung von Projekttagen für Schulklassen.

Der zweite Pokal-Wettbewerb, wieder im Frühjahr ausgerichtet, wurde ein voller Erfolg.

Am 1. Juli holten sich Anett Arndt und Johannes Barwick einen vom Oberbürgermeister der Stadt Görlitz gestifteten Wanderpokal. Zu bewältigen war die Strecke Görlitz - Wasserkuppe in Erinnerung an einen Weltrekordflug aus dem Jahre 1934.

Cornelia Delling belegte bei der Deutschen Frauenmeisterschaft in Marpingen den dritten Platz in der Clubklasse, Anett Arndt startete in der Standardklasse.

Der Verein erhielt am 05. September die unbefristete Genehmigung für den Betrieb des Sonderlandeplatzes. Der Luftraum hatte mittlerweise die BRD-üblichen Strukturen erhalten. Außerdem waren die russischen Flugplätze geschlossen worden, so daß die Klixer Segelflieger einen nur wenig eingeschränkten Luftraum nutzen konnten.

1994 bekam die große Halle ein neues Tor. Außerdem begannen die Erdarbeiten an einem ca. 100 x 900 großen Streifen des Fluggeländes. Im Jahr darauf konnte die planierte und neu eingesähte Bahn wieder in Betrieb genommen werden.

1995

Uwe Hübner blieb über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme weiter in Klix angestellt.

Der 3. Pokal der alten Langohren fand statt und erreichte mit 68 Besatzungen eine neue Rekordmarke.

Anett Arndt und Cornelia Delling starteten bei der Frauen-Europameisterschaft in Marpingen in der Standard- bzw. Clubklasse.
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Letzte Aktualisierung: 19.08.2017